Fit für den Winter?

Reptilien sind wechselwarm. D.h. ihre Körperinnentemperatur ist gleich der Außentemperatur.

An sonnigen Herbsttagen genießen die Schildkröten noch ein Sonnenbad, ziehen sich jedoch ins Frühbeet oder Gewächshaus zurück, sobald es kühler wird. Spätestens Mitte bis Ende November wird es für die Schildkröten zunehmend ungemütlicher und sie suchen sich ein Plätzchen zum Eingraben.

Nun wird es Zeit für den Umzug in den Kühlschrank oder in den Gewölbekeller, wenn man einen solchen besitzt.

Denn: während der Winterstarre muss die Umgebungstemperatur konstante 4‐8° C betragen!!!!!

Die Tiere schlafen dann je nach Herkunft 3‐5 Monate.

Bevor Sie ihrem Tier diese Pause gönnen, sollten Sie einen Gesundheitscheck beim Tierarzt durchführen lassen.

Neben einer allgemeinen Untersuchung wird eine Kotprobe auf Parasiten untersucht. Bei weiblichen Tieren schauen wir nach noch nicht abgelegten Eiern.

Grundsätzlich müssen alle Reptilien aus gemäßigten Klimazonen eine Winterstarre halten (hibernieren).
Das gilt unbedingt auch für Jungtiere!!!

Nur so bleiben die Tiere gesund, nur so können sie ein stabiles Knochengerüst, ein intaktes Hormon‐ und Immunsystem ausbilden!!!

Leider können wir Ihnen hier keine allgemeingültige Anleitung für die Überwinterung von Reptilien geben, da die Artenvielfalt zu groß ist und damit die Ansprüche der verschiedenen Arten an ihre Umwelt sehr unterschiedlich sind.

Nur ein paar Beispiele:

Die Russische Landschildkröte(Testudo horsfieldi) hält neben einer 5-monatigen Winterstarre (Hibernation),
auch noch eine Sommerruhe (Aestivation).

Testudo graeca nebulensis, die Tunesische Landschildkröte, verbringt den Winter bei uns im beheizten Terrarium.

Die Europ. Sumpfschildkröten sowie die Sumpfschildkröten aus Nordamerika (u.a. die Rotwangenschmuckschildkröte) vergraben sich im Schlamm des Teichbodens, wenn dieser tief genug ist, oder ziehen auch in den Kühlschrank um.

Halsbandleguan und Felsenleguan kommen ebenfalls aus Klimazonen mit kalten Wintern und gehen diesen auch durch Hibernation aus dem Wege.

Leopardgeckos, Kornnattern und Bartagamen verbringen den Winter im ausgeschalteten Terrarium bei Zimmertemperatur. Bartagamen graben sich auch gerne für 2 Monate ein.

Bitte informieren Sie sich über das natürliche Herkunftsgebiet der von Ihnen gepflegten Art und gönnen Sie dem Tier seine entsprechende Winterruhe.

Unter www.schildkröten‐online.com finden Sie eine Tabelle zur Orientierung.

Weitere nützliche Adressen für reptilieninteressierte Menschen:

www.dght.de (Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde)

www.reptilienauffangstation.de

Wichtig!!! Tierarztbesuch mit Schlange & Co. im Winter:

Denken Sie immer daran, dass das Tier so kalt ist wie die Temperatur in seiner unmittelbaren Umgebung!!!! Transportieren Sie das Reptil daher, indem Sie es zuvor in eine (wegen der Nähte!) auf links umgedrehte Baumwolltasche verbringen, in einer Styroporbox. In diese legen Sie eine Wärmflasche oder ähnliches. Die Tiere fühlen sich im Dunkeln am Sichersten! Also bitte im Wartezimmer auch nicht herausholen.

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin in unserer Praxis, damit wir uns genügend Zeit für Sie und Ihr Tier nehmen können.