
Die haben es ja faustdick hinter den Ohren
16. September 2026
Die Pfoten unserer Tiere werden schnell übersehen, sind sie doch am untersten Ende des Körpers. Und wenn man auf sie aufmerksam wird, dann meistens, weil sie gerade Matschabdrücke auf dem Wohnungsboden hinterlassen.
Dabei sind sie unglaublich wichtig, immerhin tragen sie unsere pelzigen Familienmitglieder ein Leben lang.
Pfoten im Tierreich
Pfoten bestehen aus Knochen, Sehnen, Gelenken, Nervenzellen, Polstern und Haut. Sie bilden zusammen ein ausgeklügeltes System. Die Aufgaben der Pfoten sind so unterschiedlich wie das Tierreich. Manche Tiere können damit Schwingungen auffangen, andere nutzen sie wie Hände, einige klettern damit und wieder andere können mit ihnen extrem schnell rennen.
Hund
Hunde sind Zehengänger, das heißt, sie laufen auf den Polstern ihrer „Finger“ und dem „Handballen“. Ihre Ferse und Sohle berührt dabei nicht den Boden.
An den Vorderpfoten haben sie jeweils fünf Krallen. Bei den Hinterpfoten ist das unterschiedlich. Einige Hunde besitzen vier Krallen, andere fünf; bei diesen Hunden ist die Wolfskralle noch vorhanden. Grundsätzlich wird die Wolfskralle nicht mehr benötigt, deswegen hat sie sich über die Zeit zurückgebildet. Bei einigen Hunderassen gehört sie zum Rassestandard dazu.
Die Krallen der Hunde wachsen ein Leben lang. Im Normalfall reiben sie sich beim Laufen ab. Die Krallen können nicht eingefahren werden.
Wenn man die Hundepfote von unten betrachtet, sieht man die Pfotenballen. Diese haben eine dickere Haut, um das Gewebe zu schützen. Sie besitzen Schweißdrüsen und Nervenzellen. Beim Bewegen wirken sie wie Stoßdämpfer.
Das Hauptgewicht beim Laufen liegt auf der Vordergliedmaße.
Durch die Bauweise der Pfote können Hunde schnell und sehr lange laufen.
Katze
Katzen sind ebenfalls Zehengänger. Sie besitzen vorne fünf und hinten vier Zehen. Sie können durch Muskelanspannung ihre Krallen aktiv ausfahren. Sie benutzen die Krallen zum Jagen, Klettern und auch, um sich zu verteidigen.
Das Krallenhorn wächst permanent nach, deswegen wird dieses regelmäßig abgewetzt. Damit wird das alte Horn entfernt und die Kralle wieder geschärft.
Die Pfotenballen dienen nicht nur als Stoßdämpfer, sondern auch als Schalldämpfer, wodurch sich Katzen fast lautlos bewegen können. Zusätzlich besitzt die Katze Mechanorezeptoren in den Pfotenballen; diese helfen ihr bei der Jagd nach Mäusen. Sie kann die Bewegung der Maus über ihre Pfoten spüren. Interessanterweise hat sie dieselben Zellen auch in der Bauchspeicheldrüse. Was genau diese Zellen dort für eine Aufgabe haben, ist noch nicht geklärt. Allerdings gibt es einige Thesen, die darauf hinweisen, dass es etwas mit der Fähigkeit zu tun haben könnte, auch aus großer Höhe auf den Pfoten zu landen.
Oberhalb der Pfote, auf Höhe des „Handgelenks“ an den Vorderpfoten, besitzen Katzen Tasthaare (genau wie die an der Nase). Sie dienen als zusätzliche Rezeptoren, um Schwingungen und Vibrationen aufzunehmen.
Funfact: Katzen haben auch eine Lieblingsseite; so bevorzugen die meisten Katzen die rechte und die Kater die linke Pfote.
Kaninchen
Auch Kaninchen sind Zehengänger; nur wenn sie völlig entspannt sind oder sich aufrichten, berührt ihre Sohle den Boden.
Die Pfoten von Kaninchen bestehen aus vorne fünf und hinten vier Zehen. Im Gegensatz zu Hund und Katze besitzen sie keine Ballen. Ihre Pfoten sind komplett mit Fell bewachsen.
Die Krallen wachsen ein Leben lang und werden beim Graben und hoppeln auf verschiedenen Untergründen abgewetzt. Die Hauptaufgaben der Pfoten sind das Hoppeln und Springen. Mit den Hinterpfoten können sie laute Klopfgeräusche machen und vor Gefahr warnen.
Meerschweinchen
Bei den Meerschweinchen gibt es an den Vorderpfoten vier Zehen und an den Hinterpfoten drei. Im unteren Bereich ist die Pfote komplett nackt und so steht der Ballen direkt mit dem Untergrund in Kontakt. Die Gangart von Meerschweinchen ist genau zwischen Sohlengänger (z. B. Mensch) und Zehengänger (z. B. Katze) angesiedelt.
Die Krallen bei Meerschweinchen wachsen ein Leben lang und nutzen sich in freier Wildbahn beim Laufen ab. Meerschweinchen sind ganz schlechte Springer, auch wenn die Hinterbeine länger als die Vorderbeine sind.
Einige Meerschweinchen entwickeln sogenannte Hornhautsporne. Diese bestehen aus überschießend wachsender Haut, die verhornt. Diese Sporen müssen nach Bedarf regelmäßig gekürzt werden.
Krankheiten der Pfote
Wenn etwas so viel benutzt wird wie die Pfoten, kann man sich vorstellen, dass die häufigsten Verletzungen Schnitt-, Riss- oder Schürfwunden sind. Häufig im Herbst kommen auch noch die Grannen dazu, kleine Samen mit Widerhaken, die sich als Fremdkörper in die Pfote bohren können. Bei einigen besonderen Unglücksraben kann es auch zu Brüchen kommen.
In einigen Fällen kann die kranke Pfote auf eine ganz andere Ursache hindeuten. So kann eine entzündete Pfote auch ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Allergie sein. Ein veränderter Gang kann Hinweis auf Diabetes sein.
Es gibt auch Autoimmunerkrankungen, die zum Beispiel zum Ausfallen oder veränderten Wachstum der Krallen führen können.
Therapie
Bei der Therapie der Hundepfoten kommt es immer auf die Grundursache an. Kleinere Verletzungen können auch zu Hause therapiert werden, z. B. bei einer Schürfwunde. Dann sollte die Pfote gesäubert und ggf. verbunden oder mit einer Socke geschützt werden. Manchmal reicht es, wenn man ein paar Tage die Bewegung reduziert, damit die Pfote selbst heilen kann.
Bei größeren Verletzungen sollte sie sich der Tierarzt anschauen und muss in einigen Fällen zur weiteren Diagnostik z. B. Röntgen, Blutuntersuchung oder einer Biopsie nutzen. Je nach Ergebnis muss die Pfote mit Verbandstherapie, einer Operation oder mit weiteren Medikamenten behandelt werden.
Vorbeugen
Nicht allen diesen Erkrankungen kann man vorbeugen. Aber es gibt ein paar Dinge, die man zuhause für die Pfotengesundheit tun kann.
Das wichtigste zuerst ist das Gewicht. Je weniger Gewicht auf den Pfoten liegt, desto weniger sind die Pfoten belastet. Das reduziert das Risiko von Fehlstellungen und damit von Arthrose.
Jahreszeitspezifisch sollte man die Pfotenkontrolle anpassen. So sollten die Pfoten im Winter nach Kontakt mit Streusalz immer gewaschen werden. Bei Hunden, die sehr langes Fell zwischen den Zehen haben, empfiehlt es sich, dieses zu kürzen, da sich hier häufig Eisklumpen bilden. Im Spätsommer und Herbst sollte auf Grannen im Fell kontrolliert werden, damit diese zeitnah entfernt werden und gar nicht erst mit der Haut in Kontakt kommen.
Wenn die Krallen zu lang sind, sollten sie gekürzt werden, da sonst Fehlstellungen entstehen können.
Grundsätzlich gilt: Wenn ihnen auffällt, dass ihr Tier anders läuft als normal, die Pfote sich verändert oder vermehrt an ihr geknabbert oder geschleckt wird, dann machen sie einen Termin beim Tierarzt. Je früher wir herausfinden können, was die Grundursache ist, desto schneller können wir mit einer angepassten Therapie starten.




