
Vergiftungen
7. November 2022
Einer der wichtigsten Sätze, die ich in meinem Studium mehr als einmal gehört und bei vielen Vorträgen gelesen habe, ist „Die Katze ist kein kleiner Hund“. Und genau das versuchen wir in unserer Praxis umzusetzen.
Grob unterteilen kann man dies einmal in die Physiologie, also wie alle Organe und der Stoffwechsel der Katze funktionieren, und in ihrem Verhalten, wie sie Emotionen äußert.
Warum ist dies so wichtig für uns zu wissen?
So sehen Symptome einer Katze in vielen Fällen komplett anders aus als bei einem Hund. Ein Beispiel ist die hechelnde Katze: Dieses Verhalten kann bei einem Hund bei warmer Außentemperatur komplett normal sein, da er damit seinen Körper runterkühlen kann. Katzen hecheln normalerweise nicht. Wenn Sie uns im Vorbericht erzählen, dass Ihre Katze zuhause in Ruhe hechelt, ist dies ein Alarmsignal für uns und wir schauen besonders die Lunge und das Herz an. Deswegen haben wir ein paar Unterschiede für Sie zusammengefasst, die aber noch lange nicht alle verschiedenen Merkmale beleuchten.
Kameradschaftlichkeit
Hunde sind starke Rudeltiere. Bei Katzen ist die Beantwortung dieser Frage nicht so einfach. Katzen jagen alleine, sind aber nicht per se Einzelgänger. Katzen mögen soziale Interaktion mit anderen Katzen und auch mit Ihren Menschen, aber dies ist am liebsten von ihnen ausgehend. Und sie möchten vor allem auch selbst entscheiden, wann sie wieder in Ruhe gelassen werden möchten. Besonders bei Stubentigern, die keine Bekanntschaften außerhalb der Wohnung/des Hauses machen können, ist ein Mehrkatzenhaushalt häufig die bessere Option.
Krankheitsanzeichen
Auch das Anzeigen von Schmerz zeigt sich bei Katzen anders. Wenn es Katzen nicht so gut geht, neigen sie dazu, sich zurückzuziehen und sie leiden in der Regel still. Zusätzlich zeigen Katzen ein sogenanntes Schmerzgesicht. Um so ein Gesicht wirklich interpretieren zu können, muss man seine Katze sehr aufmerksam beobachten. Bei dieser Mimik werden die Ohren nach unten gezogen, die Augen verengen sich, die Tasthaare werden aufgestellt und der Kopf wird etwas geduckter gehalten.
Ernährung
Ein Hund ist ein omnivorer Esser, das heißt sein Verdauungstrakt ist darauf ausgelegt, sowohl tierisches als auch pflanzliches Protein zu verarbeiten. Dies sorgt dafür, dass ein Hund mit besonderer Vorsicht auch vegetarisch ernährt werden kann. Dies ist bei einer Katze nicht möglich. Katzen sind karnivor und der komplette Verdauungstrakt ist auf Fleischkost ausgelegt.
Erziehung
Der Hund kommt mit dem Willen auf die Welt, seinem Besitzer zu gefallen. Je nach Rasse ist dies stärker ausgeprägt. Dies führt dazu, dass die meisten Hunde sehr schnell die ersten Kommandos beherrschen. Solche wie zum Beispiel „Sitz“ und „Platz“. Katzen können diese Kommandos auch lernen. Allerdings braucht dies eine andere Motivation, da sie Ihrem Besitzer nicht so gefallen wollen wie Hunde. Hier muss man stärker mit Belohnungen wie zum Beispiel Futter oder Spielen arbeiten. Auch wenn es am Anfang schwer erscheint, eine Katze zu erziehen, profitiert die Beziehung zwischen Mensch und Katze sehr davon und gerade bei Stubentigern ist dies eine zusätzliche schöne Beschäftigung.
Zusätzliches Wissen
Hunde haben 42 Zähne, Katzen besitzen 30 Zähne. Hunde können Süßes schmecken, Katzen nicht. Unsere Stubentiger sehen und hören besser, dafür ist der Geruchssinn bei Hunden deutlicher ausgeprägt. Katzen sind Sprinter und entwickeln in kürzester Zeit eine unglaubliche Geschwindigkeit. Hunde dagegen sind Marathonläufer. In Stresssituationen orientiert sich der Hund meistens an seiner Bezugsperson, eine Katze wird sich zuerst zurückziehen und dann die Lage sondieren.
Aktuell wird geschätzt, dass etwa 12,7 Millionen Katzen in deutschen Haushalten leben und damit schlagen sie den Hund als beliebtestes Haustier, der bei 10,5 Millionen Tieren liegt.
Wichtig bei diesem kleinen Einblick in die Unterschiede eines Teils unserer Patienten ist zu zeigen, wie vielfältig tierische und menschliche Zuneigung aussehen kann. Und wir freuen uns, Ihnen und Ihrem Tier, egal ob Hund oder Katze, helfen zu dürfen.




