Bildgebende Verfahren

Erste Hilfe Vorträge
28. Februar 2022

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Wer kennt es nicht? Man schaut seinen Handy-Foto-Speicher an und der Anteil an Bildern mit dem geliebten tierischen Familienmitglied ist überproportional hoch. Aber was soll man auch tun, wenn man solche natürlichen Topmodels zu Hause hat? Sie sind ja auch sehr fotogen. Auch in unserem Praxisalltag spielen die bildgebenden Verfahren eine große Rolle. So besitzt unsere Praxis ein Ultraschall- und ein Röntgengerät. Diese Methoden helfen uns, besser herauszufinden, welche Ursache die Erkrankung ihres Tieres hat.

Ultraschall

Das Prinzip eines Ultraschallgerätes besteht darin, dass Wellen von der Sonde in den Körper geschickt werden und beim Zurückwerfen derselben wird ein Bild auf dem Monitor dargestellt. Dieses Verfahren bietet uns die Möglichkeit, ohne Operation einen Blick in das Innenleben Ihres Lieblings werfen zu können. Allerdings müssen unsere tierischen Patienten an den maßgeblichen Stellen geschoren werden, da sonst kein gutes Bild entstehen kann. Die Ultraschalluntersuchung tut nicht weh und kann in der Regel am wachen Patienten durchgeführt werden.

Es gibt verschiedene Bereiche, die mit einem Ultraschallgerät untersucht werden können. Ein wichtiges Organ ist das Herz. Nur mit dem richtigen Herzultraschall kann ein herzkranker Patient medikamentell gut eingestellt werden und damit seine Lebensqualität und seine Lebenserwartung deutlich gesteigert werden. Diese Untersuchungen führt unser Kardiologe Ricardo Abrantes durch. Dieser besitzt die Zusatzbezeichnung Kardiologie, ist u.a. Mitglied im Collegium Cardiologicum und hat auch die HCM-Zertifizierung für PawPeds.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Schall des Abdomens, also des Bauches unserer Vierbeiner. Mit diesem Verfahren kann man unter anderem feststellen, ob eine Hündin trächtig ist, ob eine anatomische Veränderung der Organe besteht oder ob zum Beispiel Partikel in der Harnblase (Harnsteine, Harngrieß) vorliegen. Auch Zubildungen, wie Abszesse oder raumfordernde Prozesse (z.B. Tumore) können dargestellt werden.

Diese zwei genannten Möglichkeiten sind nur kleine Ausschnitte davon, wie wir ein Ultraschall in unserem Praxisalltag einsetzen.

Röntgen

Das Prinzip eines Röntgengerätes basiert darauf, Röntgenstrahlen, welche durch den Körper geschickt werden und auf einer speziellen Folie ein Negativbild hinterlassen. Sehr dichte Substanzen, wie Knochen werden weiß abgebildet und Luft stellt sich schwarz auf einem Röntgenbild dar.

Die Röntgendiagnostik wird in den meisten Fällen zur Beurteilung von Zähnen und dem Knochenapparat genutzt, um zum Beispiel Knochenbrüche oder Fehlstellungen darzustellen. Man kann das Röntgen auch nutzen, um einen Überblick über den Brustraum und/oder Bauchraum zu gewinnen. Das Röntgen an sich ist auch kein schmerzhaftes Verfahren und für kurze Übersichtsaufnahmen kann das Tier auch wach bleiben. Sind jedoch komplizierte Stellungen nötig, welche ein Tier für bestimmte Röntgenbilder einnehmen muss – um zum Beispiel Hüftröntgen durchzuführen oder um eine genaue OP-Planung machen zu können – ist es besser, dass ihr Tier dafür leicht zu sedieren. Sollte dies der Fall sein, wird dies vorab genau mit Ihnen besprochen, um die Vor- und Nachteile abzuwiegen.

Kombination

Beide Verfahren decken jeweils einen Teilbereich der bildgebenden Diagnostik ab. So wird das Ultraschallgerät eher im Weichteilbereich und das Röntgen im Knochenbereich eingesetzt. Dazwischen gibt es einen großen Bereich, in dem sich diese beiden Verfahren ergänzen, sodass man ggf. bei einem Tier beide Verfahren anwendet.

Wir besprechen uns mit Ihnen als Patientenbesitzer sehr genau und schlagen Ihnen vor, welche Bildgebung wir empfehlen und welche Vor- und Nachteile in jedem dieser Diagnostika liegen. Sollten bei Ihrem Tier zusätzliche Bildgebung wie MRT oder CT notwendig sein, dann empfehlen wir Ihnen dazu gerne Kollegen, mit denen wir eine zuverlässige Zusammenarbeit pflegen.