Kreuzbanderkrankungen

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6. April 2022

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Kreuzbanderkrankungen (die das kraniale Kreuzband betreffen) sind einer der häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Hunden.

Das kraniale Kreuzband (CrCL) bei Hunden ist dasselbe wie das „vordere“ Kreuzband beim Menschen. Es ist ein Band aus zähem Fasergewebe, das den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia) verbindet und verhindert, dass sich das Schienbein gegenüber dem Oberschenkelknochen nach vorne verschiebt. Es trägt auch dazu bei, dass das Kniegelenk nicht überstreckt oder verdreht wird.

Bei Menschen treten Kreuzbandrisse in der Regel als akute Sportverletzungen auf, z. B. beim Fußball spielen oder Skifahren. Bei Hunden verhält es sich etwas anders. Bei den meisten Hunden handelt es sich eher um eine chronische degenerative Erkrankung. Das Band degeneriert und wird mit der Zeit schwächer, und irgendwann reißt es. Die genaue Ursache dafür ist nicht bekannt, aber genetische Faktoren sind wahrscheinlich am wichtigsten, wobei bestimmte Rassen genetisch vorbelastet sind (u. a. Labradore, Rottweiler und Boxer).

Die Anzeichen, die mit dem Anfangsstadium der Erkrankung verbunden sind, können unauffällig sein und übersehen werden – Anzeichen wie Steifheit beim Aufstehen aus dem Ruhezustand und leichte, gelegentliche Lahmheit. Je weiter das Band reißt, desto deutlicher werden die Anzeichen, aber es ist nicht ungewöhnlich, dass die Besitzer das Problem ihres Hundes erst dann bemerken, wenn das bereits geschwächte Band schließlich vollständig reißt, oft bei relativ normaler Aktivität. In diesem Stadium ist das Kniegelenk dann instabil, weil sich bei jeder Belastung das Schienbein gegenüber dem Oberschenkelknochen nach vorne verschiebt.

Verschiedene Stabilisierungstechniken in der Tiermedizin

Bei der extrakapsulären oder lateralen retinakulären Nahtstabilisierung wird eine stützende Naht um die Außenseite des Gelenks gelegt, um zu versuchen, die Funktion des gerissenen Bandes zu ersetzen. Leider dehnen oder reißen sich häufig diese Nähte, was zu einer wiederkehrenden Instabilität führt.

Eine weitere OP-Methode ist die Vorverlagerung des Schienbeinkopfes (TTA, auch als MMP bezeichnet) – veröffentlichte Studien deuten darauf hin, dass diese Technik nicht so robust und wirksam ist wie die TPLO.

Die tibial plateau leveling osteotomy Operationsmethode (TPLO) verändert die Geometrie des Schienbeins, um den Kräften entgegenzuwirken, die für die Instabilität verantwortlich sind. Dabei wird ein radialer Schnitt im oberen Teil des Schienbeins angelegt und das Tibiaplateausegment (die Gelenkfläche des Schienbeins) auf ungefähr 5 Grad gedreht. Hierdurch wird die Ausrichtung vom Kniegelenk verändert, sodass die Gelenkfläche nahezu waagerecht wird. Anschließend wird der Knochen in dieser neuen Position mit einer Knochenplatte und Schrauben fixiert.

Die TPLO ist eine zuverlässige Methode, die zu einer frühen und guten Wiederherstellung der Gliedmaßenfunktion führt und wird hier in der Kleintierpraxis Rabeling schon seit Jahren routinemäßig durchgeführt.